Künstlerprofil

Maki Ishii wurde am 28. Mai 1936 in Tokyo als dritter Sohn des Tänzers und Choreographen Baku Ishii und der Schauspielerin Yae Ishii geboren.

Nach dem Kompositions- und Dirigentenstudium von 1952 bis 1958 in Tokyo setzte er diese in Berlin bis 1962 an der Hochschule für Musik Berlin (West) fort, als Schüler von u.a. Josef Rufer und Boris Blacher. Danach kehrte er nach Japan zurück. 1969 wurde er im Rahmen des "Berliner Künstlerprogramms" des Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) nach Berlin eingeladen. Seitdem war er sowohl in Berlin als auch in Japan als Komponist und Dirigent aktiv.

Seine Kompositionen werden in aller Welt aufgeführt. Konzerte wie das "Composer's Portrait of Maki Ishii" wurden unter anderem in Paris (Festival d'Automne 1978), bei den Berliner Festwochen 1981, in Genf (Été Japonais 1983), Tokyo (Music Today 1987), beim Suntory Music Foundation Orchestral Concert 1989, beim Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra 1990, und in Den Haag (Residentie Orchestra 1992) durchgeführt.

Ishii war Künstlerischer Direktor bei dem ersten Chinesisch-Japanischen Festival für Zeitgenössische Musik in Peking 1997. Seine erste Oper, "Tojirareta Fune (Das Schiff ohne Augen)", wurde im Oktober 1999 in Utrecht und Berlin uraufgeführt, und hatte seine japanische Erstaufführung im Nissay Theater in Tokyo im November 2000.

Er hat viele der weltführenden Orchester dirigiert, unter anderem dem Radio-Symphonie-Orchester Berlin, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem New Japan Philharmonic Orchestra, dem Radio Symphony Orchestra Beijing, und dem Hongkong Symphony Orchestra. Dabei wurden sowohl seine Werke als auch die anderer – moderner wie klassischer – Komponisten aufgeführt.

Ein besonderer Erfolg stellte sein Ballett in zwei Akten "Kaguyahime" (in der Choreographie von Jiří Kylián für das Nederlands Dans Theater) dar, welches er in mehr als 80 Aufführungen zwischen 1988 und 1995 in Den Haag, Amsterdam, Rotterdam, Essen, Paris und mehreren Japanischen Städten dirigierte.

Zunächst beeinflußt von Serieller Musik und den westeuropäischen avangardistischen Kompositionstechniken der 1950er und 1960er Jahre wendete er seine Aufmerksamkeit ab der späten 1960er Jahre der traditionellen Japanischen Musik zu. Seit dieser Zeit schöpften seine Kreativität aus den Wanderungen zwischen diesen beiden musikalischen Welten, der Europäischer Kompositionsmethoden und den Elementen der Klangwelt japanischer traditioneller Musik.

Dabei ging es Maki Ishii weder um eine Nebeneinandersetzung westlicher und östlicher Instrumente und Musik, noch strebte er eine 'Fusion' dieser Klangwelten an; stets war er sich der essentiellen Differenzen gewahr, die diesen zwei Welten innewohnt, und strebte nach einer 'dritten', sie umfassenden, aber eigenen musikalischen Vision.

Es ist dieses formative Element, das seiner Musik seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt. In Werken wie z.B. "Kyō-Sō" für Schlagzeuggruppen und Orchester (1968-69) setzte Ishii Elemente japanischer traditioneller Musik in eine von Europäischen Kompositionsmethoden dominierte Struktur. Aber seit den 1970er Jahren, in einer Reihe von Werken wie "Sō-Gu I" für Shakuhachi und Klavier (1970), "Sō-Gu II" für Gagaku und Orchester (1971) sowie "Mono-Prism" für japanische Trommeln und Orchester (1976) entwickelte er seine eigene Klangwelt, in der westliche und japanische Instrument im gleichen zeitlichen und räumlichen Setting leben. Seit den 1990er Jahren erweiterte sich seine musikalisches Interesse in Richtung der chinesischen Musik, welches sich in mehreren Kompositionen für chinesische Instrumente (Erhu) wie auch Intonationen chinesischer Dichtungen (z.B. von Luo Guan Zhong, Cao Cao) niederschlug.

Ishii war Preisträger vieler Auszeichnungen, unter anderen dem Otaka-Preis (1977, Tokyo, NHK Symphonieorchester), dem 4. Nakajima Musikpreis Grand Prix (1986, Tokyo), dem deutschen Kritikerpreis 1987 des Verbandes der deutschen Kritiker (1988, Kategorie Musik), und dem 5. Kyoto-Musik-Preis: Grand prix (1990). 1999 wurde Ishii vom Japanischen Kaiser mit dem Orden am purpurnen Band ausgezeichnet.

Maki Ishii starb am 8. April 2003 in Tokyo, nach kurzer schwerer Krankheit.

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Zuletzt geändert: 2006-08-20
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